Ein Sofa kauft man alle zehn bis fünfzehn Jahre. Umso ärgerlicher, wenn es zu tief ist, der Bezug nach zwei Jahren fusselt oder es schon im Treppenhaus stecken bleibt. Drei Dinge klären das vorher: die Maße, der Bezug und die Funktionen. Wir gehen sie in der Reihenfolge durch, in der wir sie auch im Haus mit Ihnen durchgehen.
Zuerst der Raum, dann das Sofa
Der häufigste Fehlkauf ist kein schlechtes Sofa, sondern ein zu großes. Messen Sie die Wand, an der es stehen soll, und lassen Sie an beiden Seiten mindestens 20 Zentimeter Luft — sonst wirkt der Raum verstellt und Sie kommen an die Steckdose nicht mehr heran. Vor dem Sofa brauchen Sie einen Laufweg von etwa 80 Zentimetern, zwischen Sitzkante und Couchtisch reichen 40 bis 45 Zentimeter: nah genug, um die Tasse abzustellen, weit genug, um die Beine auszustrecken.
Bei Ecksofas kommt eine zweite Frage dazu: auf welcher Seite das lange Element liegt. Die Angabe „Longchair links“ meint fast immer die Sicht von vorn auf das Sofa, nicht die Sicht vom Sofa in den Raum. Wer sich hier vertut, bekommt ein gutes Sofa geliefert, das im falschen Raum steht. Fragen Sie im Zweifel nach — wir zeichnen Ihnen den Grundriss auf, das dauert fünf Minuten.
Der Tipp, der die meisten Rückläufer verhindert
Messen Sie nicht nur den Raum, sondern den Weg dorthin: Haustür, Treppenhaus, Kurve im Flur, Wohnungstür, Deckenhöhe im Treppenhaus. Ein Sofa, das nicht durchs Treppenhaus passt, ist im Wohnzimmer kein Sofa. Viele Modelle gibt es deshalb mit abnehmbaren Armlehnen oder als teilbare Elemente — man muss es nur vor der Bestellung wissen.

Sitztiefe: sitzen oder versinken
Die Sitztiefe entscheidet darüber, wie Sie auf dem Sofa sitzen — und ob Sie es überhaupt können. 50 bis 55 Zentimeter sind aufrechtes Sitzen mit Rückenkontakt, ab etwa 60 Zentimetern beginnt das Lümmeln, ab 70 sitzt man nicht mehr, man liegt schräg. Wer 1,60 Meter groß ist, hat auf 65 Zentimetern Tiefe entweder die Beine in der Luft oder den Rücken ohne Stütze. Verstellbare Sitztiefen lösen das, und zwar für jede Person am Sofa einzeln: einzelne Rückenelemente lassen sich manuell oder elektrisch nach vorn fahren. Wenn zwei Menschen mit 25 Zentimetern Größenunterschied auf demselben Sofa sitzen, ist das kein Extra, sondern die Lösung.

Funktionen, die man täglich merkt
Verstellbare Kopfstützen nehmen den Nacken auf, wenn man liest oder fernsieht — ohne sie sitzt man mit dem Kopf im Nichts. Armlehnverstellungen verlängern die Sitzfläche oder werden zur Kopfablage. Eine Relaxfunktion fährt Rücken und Fußteil gemeinsam, motorisch oder mit einem Handgriff. Stauraum unter der Récamiere nimmt Decken und Kissen auf, die sonst auf dem Sofa liegen. Und die Schlaffunktion ist genau dann sinnvoll, wenn tatsächlich regelmäßig jemand übernachtet: als Notlösung zweimal im Jahr lohnt sie den Aufpreis und den Platzbedarf selten. Probieren Sie jede Funktion im Haus einmal selbst aus — die Frage ist nicht, ob sie funktioniert, sondern ob Sie sie bedienen mögen.
Bezüge: was hält, was sich reinigen lässt

Stoff, Cord, Leder — und wofür sie taugen
Flachgewebe sind dicht, unempfindlich und die vernünftigste Wahl mit Kindern oder Tieren: Krallen finden keine Schlaufe. Chenille und Cord sind weicher und wärmer, zeigen aber Sitzspuren und Lichtreflexe — das ist kein Mangel, sondern die Eigenschaft des Materials. Mikrofaser ist pflegeleicht und wasserabweisend. Leder wird mit den Jahren schöner, verlangt aber Abstand zur Heizung und einmal jährlich eine Pflege. Und bei jedem Bezug gilt: Ein Muster im Katalog ersetzt nicht das Anfassen. Nehmen Sie zwei, drei Stoffmuster mit nach Hause und legen Sie sie einen Tag lang in Ihr Wohnzimmerlicht.
Zwei Zahlen helfen beim Vergleich. Die Scheuertouren nach Martindale sagen, wie lange ein Gewebe der Reibung standhält: Ab 20.000 Touren ist ein Stoff für den Wohnbereich solide, ab 40.000 ausgesprochen strapazierfähig. Die Lichtechtheit wird auf einer Skala von 1 bis 8 angegeben; 5 bis 6 sind für Innenräume gut, darunter bleicht ein Sofa am Fenster spürbar aus. Beides steht im Datenblatt des Herstellers, und wir sagen es Ihnen zu jedem Stoff, den Sie in die engere Wahl nehmen.
Mit Hund, Katze oder Kleinkind
Nehmen Sie ein dicht gewebtes Flachgewebe oder Mikrofaser, wählen Sie eine mittlere statt einer sehr hellen Farbe und fragen Sie ausdrücklich nach abnehmbaren Bezügen. Der Aufpreis dafür ist kleiner als eine Neubezug-Rechnung nach fünf Jahren.
Polsteraufbau: weich ist nicht gleich bequem
Kaltschaum ist formstabil, punktelastisch und die häufigste Wahl — er fängt den Körper auf, statt ihn durchsacken zu lassen. Federkern im Sitz federt lebendiger und bleibt über Jahre gleichmäßig, ist aber schwerer. Ein Aufbau mit Daunen- oder Faserauflage sitzt sich sehr weich und muss dafür regelmäßig aufgeschüttelt werden; wer das nicht möchte, ist damit nicht glücklich. Die ehrlichste Prüfung dauert zehn Minuten: Setzen Sie sich so hin, wie Sie abends wirklich sitzen — nicht kerzengerade auf die vordere Kante.
Lieferzeit, Sonderbreiten und was danach passiert
Polstermöbel sind fast immer Auftragsfertigung: Ihr Modell, Ihr Stoff, Ihre Elementanordnung. Sechs bis vierzehn Wochen Lieferzeit sind branchenüblich, je nach Hersteller und Bezug. Dafür bekommen Sie Maße, die passen — viele Programme lassen sich in der Breite anpassen, und genau das rettet ein Wohnzimmer mit einer Tür an der falschen Stelle. Fragen Sie beim Angebot immer nach dem verbindlichen Liefertermin, nach der Aufstellung am Aufstellort und danach, wer die Verpackung mitnimmt. Bei uns übernehmen das eigene Teams, und wenn beim Aufbau etwas nicht stimmt, ist es dieselbe Nummer, die Sie schon haben.