H2 oder H3? Die Frage steht in jedem Prospekt und beantwortet fast nichts, denn der Härtegrad ist nicht genormt: Was ein Hersteller H2 nennt, ist beim nächsten H3. Was wirklich zählt, sind vier Dinge — Ihr Gewicht, Ihre Statur, Ihre Schlafposition und die Unterfederung darunter. Hier steht, wie sie zusammenhängen.
Warum der Härtegrad allein nichts sagt
Für Härtegrade gibt es keine verbindliche Norm. Jeder Hersteller legt seine Skala selbst fest, meist von H1 bis H5, und orientiert sich dabei am Körpergewicht. Als grobe Richtung gilt: bis etwa 60 Kilogramm H1 bis H2, zwischen 60 und 80 Kilogramm H2 bis H3, zwischen 80 und 100 Kilogramm H3, darüber H4 und H5. Diese Zahlen sind ein Startpunkt für das Probeliegen und kein Ergebnis. Zwei Menschen mit demselben Gewicht brauchen unterschiedliche Matratzen, wenn der eine breite Schultern hat und der andere nicht.
Der eigentliche Maßstab ist die Wirbelsäule. In Seitenlage soll sie eine gerade Linie bilden: Die Schulter sinkt ein, die Taille wird gestützt, das Becken sinkt weniger tief ein als die Schulter. In Rückenlage soll die natürliche Doppel-S-Form erhalten bleiben, ohne dass das Becken durchhängt. Wer das prüfen will, braucht eine zweite Person, die von hinten schaut — im Haus machen wir genau das, und es dauert keine zwei Minuten.
So liegen Sie richtig Probe
Zehn bis fünfzehn Minuten pro Matratze, in der Position, in der Sie tatsächlich einschlafen. Ziehen Sie die Schuhe aus, nehmen Sie ein Kissen in der Höhe, die Sie zu Hause haben, und liegen Sie still. Eine Matratze, die sich in der ersten Minute großartig anfühlt, kann nach zehn Minuten falsch sein — und umgekehrt.

Die vier Materialien und wofür sie stehen
Kaltschaum ist punktelastisch, leicht und warm — gut für alle, denen schnell kalt ist, und für verstellbare Lattenroste, weil er jede Bewegung mitmacht. Taschenfederkern ist luftig und trocken, weil Luft durch die Federn zirkuliert; die beste Wahl für Menschen, die nachts schwitzen. Latex ist schwer, sehr punktelastisch und langlebig, verlangt aber einen gut belüfteten Unterbau. Viscoschaum passt sich der Körperwärme an und entlastet Druckpunkte, reagiert dafür träge auf Positionswechsel — wer sich viel dreht, empfindet das als Widerstand. Es gibt hier kein Bestes, nur ein Passendes.

Die Unterfederung gehört dazu
Eine gute Matratze auf einem durchgelegenen Lattenrost ist eine durchgelegene Matratze. Beides ist ein System und wird zusammen gekauft oder zusammen erneuert. Achten Sie auf mindestens 28 Federleisten, auf eine verstellbare Schulterzone und auf Leistenabstände, die zum Material passen: Kaltschaum und Latex brauchen enge Abstände, sonst zeichnen sich die Leisten mit der Zeit im Kern ab. Bei Doppelbetten sind zwei getrennte Rahmen fast immer besser als einer, weil zwei Menschen selten dasselbe Gewicht und dieselben Vorlieben haben.
Ein Sonderfall betrifft fast jedes Doppelbett: zwei Menschen mit deutlich unterschiedlichem Gewicht. Eine durchgehende Matratze gibt dort nach, wo mehr Gewicht liegt, und zieht die leichtere Person in die Mulde — das Gefälle ist dabei das größere Problem als die berühmte Besucherritze. Zwei getrennte Matratzen à 90 oder 100 Zentimeter lösen das vollständig, jede mit ihrem eigenen Härtegrad und ihrer eigenen Unterfederung. Wer die durchgehende Liegefläche nicht missen will, legt einen gemeinsamen Topper darüber: Er überbrückt die Fuge, ohne die beiden Härtegrade darunter aufzuheben.
Die richtige Größe — und die Länge, die alle vergessen
Die Länge einer Matratze sollte Ihre Körpergröße plus etwa 20 Zentimeter betragen. Wer 1,85 Meter misst, ist mit 2,00 Metern Standardlänge knapp bedient und mit 2,20 Metern richtig; solche Überlängen gibt es bei den meisten Programmen, sie müssen nur bestellt werden. In der Breite gilt: 90 Zentimeter sind für eine Person das Minimum, 100 der spürbare Komfortgewinn. Für zwei Personen sind 180 Zentimeter angenehmer als 160 — und zwei einzelne Matratzen à 90 sind fast immer die bessere Lösung als eine durchgehende, weil jede Person ihren eigenen Härtegrad bekommt.
Pflege, Haltbarkeit und der ehrliche Zeitpunkt zum Wechseln
Eine Matratze hält bei täglicher Nutzung acht bis zehn Jahre. Danach ist sie nicht kaputt, aber der Kern hat nachgelassen, und das merkt der Rücken vor dem Kopf. Wenden Sie sie alle drei Monate — von Kopf auf Fuß und, wo es der Aufbau zulässt, auch von oben auf unten. Lüften Sie das Bett morgens, statt es sofort zu machen: Über Nacht gibt der Körper einen halben Liter Feuchtigkeit ab, und die muss irgendwohin. Ein waschbarer Matratzenbezug bei 60 Grad ist für Allergiker die wirksamste einzelne Maßnahme.
Ein guter Zeitpunkt zum Wechseln ist erreicht, wenn Sie morgens verspannt aufwachen und im Urlaub besser schlafen als zu Hause, wenn sich in der Mitte eine sichtbare Mulde gebildet hat oder wenn die Matratze älter ist als zehn Jahre. Wenn Sie unsicher sind: Bringen Sie ein Foto von Ihrem Bett mit, dann sehen wir uns Rahmen, Lattenrost und Matratze gemeinsam an.